3/08/2012

neue Lösungen finet man nur gemeinsam


Ideen sind nicht – wie so oft vermutet – spontane Eingebungen sind, sondern vielmehr Resultate komplexer Wechselwirkungen von gemachten Erfahrungen, Eindrücken und Denkmustern sowie zwischenmenschlichem „Gedankenaustausch“. Durch die Neukombination von Gedanken und Erinnerungen werden neue Sichtweisen möglich, welche dann meist völlig überraschend für den Einzelnen scheinen. Ihre Entstehung ist aber in der Regel ein langwieriger Prozess, der sich über Jahre erstrecken kann; insbesondere dann, wenn ein einzelner sie "ausbrütet".

Ideen „reifen“ buchstäblich, und das am Besten im Austausch mit anderen. Beispielsweise konnte man in den Tagebüchern und Briefen von Charles Darwin die Entstehung der Evolutionstheorie über viele Monate hinweg rekonstruieren. Entscheidende Momente waren dabei die Briefwechsel mit seinen Freunden und Kollegen. Er selbst allerdings hatte den Eindruck, die Theorie sei – an einem kühlen Tag im Oktober – wie ein „Gedankenblitz“ auf einmal in seinem Kopf gewesen. Innovationen scheinen also in Wirklichkeit eine Neu-Vernetzung von Fakten, Wünschen und Vorstellungen zu sein, die vor allem durch neue Impulse von außen ermöglicht wird. Die Psychologie nennt diesen Vorgang „Reframing“: bekannte Dinge werden in einem neuen, bisher ungenutzten gedanklichen Rahmen betrachtet.

Für diesen Neustart von Denk-Prozessen ist aber auch ein Umfeld nötig, dass Reize oder Impulse erzeugt, die eine neue Betrachtungsweise zulassen. Der Mensch braucht dabei einen Frei-Denk-Raum: zum Denken in verschiedene Richtungen, zum Bauen neuer Luftschlösser und – vor allem – zum Austausch mit anderen Menschen. Menschen brauchen Freiraum, in dem sie miteinander interagieren, sich austauschen, nachdenken, vordenken, träumen oder einfach nur sonst-irgendwie kommunizieren. Räume, die eine Freiheit im Denken erlauben und den Austausch fördern. Diese Denk-Räume, die durch Ihre Freiheit geprägt werden, können unter anderem zwischen Menschen im Austausch miteinander entstehen. Kommunikation kann somit zu einem Katalysator für neue Ideen werden. Von diesen Schmelztiegel der Ideen aus breiten sie sich dann vielleicht sogar in alle Richtungen aus und können damit wiederum ein Impuls für weitere Ideen werden. Eine Kettenreaktion der Innovationen, die nicht aufzuhalten ist – solange wir ihr den passenden Raum in unserem Denken geben.

11/18/2011

Soziale Netzwerke


“Bauen Sie sich ein Netzwerk im Unternehmen auf!” – kaum ein junger Mitarbeiter hat diesen Ratschlag zum Anfang seines Berufseinstieges nicht gehört. Und das hört sich ja auch erst einmal gut an und vermittelt auch das Gefühl der Sicherheit eines Netzes. Aber was ist tatsächlich gemeint, wenn von Netzwerken gesprochen wird. Geht es nicht vielmehr um den Aufbau vertrauensvoller und belastbarer Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten; und dies mit dem Ziel, Projekte effizient und effektiv umsetzen zu können? Und sollten wir dann nicht lieber das so konkret sagen?

Denn dass man sich in einem Netz(-werk) auch verheddern kann, davon berichten selbst eifrige Netzwerker. Vor allem unterschätzen viele den Zeitaspekt bei der Pflege von Kontakten, die nicht mit aktuell laufenden Projekten in Zusammenhang stehen. Da sprechen wir von Zeit und Konzentration, die vom Tagesgeschäft ablenkt.

Seit einigen Jahren gewinnen die so genannten “Sozialen Netzwerke” im Internet Raum. Klar ist es hilfreich, über diese die aktuellen Daten seiner Kontakte online verfügbar zu haben und von Änderungen automatisch zu erfahren. Aber sie haben zudem noch den Aspekt der Transparenz, wer mit wem vernetzt ist oder wer gerade online ist oder war. Und diese Transparenz ist nicht immer hilfreich, es sei denn, man ist Personalberater und nutzt die Plattform als Akquisitionsinstrument.

Eine Gefahr sehe ich vor allem darin, dass eine halb-berufliche und halb-private Ebene aufgebaut wird. Da gibt es Informationen aus dem Job, die im privaten Umfeld keine Rolle spielen sollten und es gibt umgekehrt private Informationen, die im beruflichen Kontext niemanden etwas angehen. Daher gilt es gerade für Führungskräfte und Nachwuchsführungskräfte, sich diesen zwei Seiten der Medaille bewusst zu sein und entsprechend sorgsam damit umzugehen.