Ideen sind nicht – wie so oft vermutet – spontane Eingebungen sind, sondern vielmehr Resultate komplexer Wechselwirkungen von gemachten Erfahrungen, Eindrücken und Denkmustern sowie zwischenmenschlichem „Gedankenaustausch“. Durch die Neukombination von Gedanken und Erinnerungen werden neue Sichtweisen möglich, welche dann meist völlig überraschend für den Einzelnen scheinen. Ihre Entstehung ist aber in der Regel ein langwieriger Prozess, der sich über Jahre erstrecken kann; insbesondere dann, wenn ein einzelner sie "ausbrütet".
Ideen „reifen“ buchstäblich, und das am Besten im Austausch mit anderen. Beispielsweise konnte man in den Tagebüchern und Briefen von Charles Darwin die Entstehung der Evolutionstheorie über viele Monate hinweg rekonstruieren. Entscheidende Momente waren dabei die Briefwechsel mit seinen Freunden und Kollegen. Er selbst allerdings hatte den Eindruck, die Theorie sei – an einem kühlen Tag im Oktober – wie ein „Gedankenblitz“ auf einmal in seinem Kopf gewesen. Innovationen scheinen also in Wirklichkeit eine Neu-Vernetzung von Fakten, Wünschen und Vorstellungen zu sein, die vor allem durch neue Impulse von außen ermöglicht wird. Die Psychologie nennt diesen Vorgang „Reframing“: bekannte Dinge werden in einem neuen, bisher ungenutzten gedanklichen Rahmen betrachtet.
Für diesen Neustart von Denk-Prozessen ist aber auch ein Umfeld nötig, dass Reize oder Impulse erzeugt, die eine neue Betrachtungsweise zulassen. Der Mensch braucht dabei einen Frei-Denk-Raum: zum Denken in verschiedene Richtungen, zum Bauen neuer Luftschlösser und – vor allem – zum Austausch mit anderen Menschen. Menschen brauchen Freiraum, in dem sie miteinander interagieren, sich austauschen, nachdenken, vordenken, träumen oder einfach nur sonst-irgendwie kommunizieren. Räume, die eine Freiheit im Denken erlauben und den Austausch fördern. Diese Denk-Räume, die durch Ihre Freiheit geprägt werden, können unter anderem zwischen Menschen – im Austausch miteinander – entstehen. Kommunikation kann somit zu einem Katalysator für neue Ideen werden. Von diesen Schmelztiegel der Ideen aus breiten sie sich dann vielleicht sogar in alle Richtungen aus und können damit wiederum ein Impuls für weitere Ideen werden. Eine Kettenreaktion der Innovationen, die nicht aufzuhalten ist – solange wir ihr den passenden Raum in unserem Denken geben.